Katzen aneinander gewöhnen

Auch wenn ihr eigenwilliges Verhalten anderes vermuten lässt: Katzen sind sehr soziale Tiere, wenn sie nicht gerade auf Jagd sind. Sie genießen es, mit ihren Artgenossen zu spielen, zu schmusen und sie zu putzen.

Gerade wenn du als zweibeiniger Dosenöffner, die meiste Zeit des Tages auf der Arbeit bist; ist es sinnvoll, deinem Stubentiger einen Kumpan zu besorgen. Keine Angst vor zu viel Stress, man kann Katzen aneinander gewöhnen.

2 Katzen schmusen zusammen in der Hängematte

Wie gewöhne ich meine Katze an eine andere?

Bevor du dich auf die Suche nach einem Gefährten für deinen Schatz machst, solltest du dir ein paar Gedanken machen; wie denn der Familienzuwachs sein sollte, damit er zu euch passt. Tipps dafür und wie du die beiden Fellnasen aneinander gewöhnst, findest du hier.

1. Das passende Alter

Ist deine Mieze schon ein älteres Semester, dass es gerne ruhig angeht und Routinen liebt? Dann könnte ein lebhafter Jungspund, der ständig toben und spielen will, die falsche Wahl sein. Besser wäre hier ein erwachsenes Tier mit einem ähnlich gemütlichen Wesen.

2. Der Charakter

Gegensätze ziehen sich an? In diesem Fall nicht. Zwei Katzen mit völlig unterschiedlichem Charakter aneinander zu gewöhnen ist schwer und funktioniert, wenn überhaupt, nur bei sehr jungen Miezen.

Leichter und stressfreier ist es bei gestandenen Stubentigern, wenn du ein Tier in ähnlichem Alter und/oder mit ähnlichen Wesenszügen dazu holst. Du kennst deine Fellnase am besten und weißt, wie sie tickt. Suche ihr einen passenden Partner.

3. Freigänger oder Wohnungskatze

Du hältst deine Katze in der Wohnung? Dann sollte das neue Familienmitglied ebenfalls eine Wohnungskatze sein. Es ist schwer, einen Freigänger an reine Wohnungshaltung zu gewöhnen. Ebenso kann es für deine Mieze schwer zu verstehen sein, warum „der Neue“ raus darf, und sie nicht.

4. Das Geschlecht

Ob es gelingt, dass sich Katzen aneinander gewöhnen und wie sie künftig miteinander umgehen, kann auch vom Geschlecht abhängen. Zwei Katzendamen spielen und schmusen eher miteinander, als zwei Kater. Diese raufen und balgen sich außerdem häufiger.

Katzen und kastrierte Kater lassen sich in der Regel recht problemlos aneinander gewöhnen. Zwei unkastrierte Kater jedoch sollte man nicht zusammenführen, denn da ist Stress für alle beteiligten vorprogrammiert.

5. Die Ausstattung

Bevor der neue Schnurrhaarträger einziehen kann, solltest du deine Wohnung entsprechend ausstatten. Um unnötige Spannungen zu vermeiden, sollte ein zweites Katzenklo, eigene Näpfe und ein separater Schlafplatz für deine neue Katze bereitstehen.

6. Die Ankunft

Am einfachsten ist es, die neue Katze in einem separaten Raum mit geschlossener Tür ankommen zu lassen. Dort sollte sich Katzenklo, Schlafplatz und Futter befindet. Gib dem neuen Familienmitglied die Möglichkeit erst einmal zu schauen, wo es überhaupt gelandet ist.

Auch wenn du deine Mieze gut kennst, weißt du nicht, wie sie reagiert, wenn plötzlich ein Eindringling im gewohnten Revier ankommt. Fauchen oder gar Angriffe könnten den Neuankömmling gleich bei der Ankunft verstören und die Gewöhnung erschweren.

7. Zeit geben

Auch wenn es noch so spannend für dich ist, zu sehen, wie die beiden Stubentiger sich kennenlernen: Gib der Sache Zeit! Eine gestörte Beziehung ist schwer wieder zu kitten, deshalb solltest du es langsam angehen lassen.

8. Zusätzliche Kuscheleinheiten

Deine alteingesessene Mieze wird schnell riechen, dass ein „Nebenbuhler“ eingezogen ist, auch wenn er sich in einem anderen Zimmer befindet. Nimm dir deshalb besonders viel Zeit zum Spielen und Schmusen. Sie soll sich nicht vernachlässigt fühlen.

Genauso viel Zeit solltest du dem Neuankömmling widmen. Dieser muss nicht nur seine Umgebung, sondern auch dich kennenlernen und Vertrauen zu dir aufbauen. Auch er wird die andere Katze riechen und wissen: Da kommt noch mehr.

9. Das Revier tauschen

Wenn du den Eindruck hast, dass deine neue Mieze sich etwas eingelebt und deine alteingesessene Katze entspannt ist, kannst du einen Reviertausch vornehmen. Dafür lässt du die neue Katze ein anderes Zimmer erkunden, während die andere durch das „Ankunftszimmer“ spazieren darf.

Dies soll beide Katzen mit dem Geruch der anderen noch vertrauter machen und der neuen Katze die Möglichkeit geben, den Rest des Reviers kennenzulernen.

10. Gesicherte Zusammenführung

Wenn du das Gefühl hast, das beide Katzen entspannt sind, kannst du den ersten Sichtkontakt ermöglichen. Idealerweise bis du hierbei nicht allein, sondern hast einen weiteren Menschen bei dir, der dich im Falle eines Falles unterstützen kann.

Achte darauf, dass Türen nicht zuschlagen können, die Katzen Rückzugsmöglichkeiten haben und sich gegenseitig nicht verletzen. Fauchen oder leichte Hiebe mit den Tatzen sind jedoch normal und kommen selbst bei längerem Zusammenleben und bester Tierfreundschaft immer wieder vor.

Katze grinst zufrieden

Mögliche Probleme und Tipps

Eine Gewöhnung kann völlig problemlos verlaufen, beide Katzen nähern sich an, leben anschließend friedlich nebeneinander her oder werden sogar Freunde fürs Leben.

Doch es können auch Probleme auftreten.

1. Kämpfe beim ersten Kontakt.

Reagiert eine der beiden oder sogar beide Fellnasen aggressiv aufeinander und gehen aufeinander los, musst du einschreiten. Katzen können sich bei Revierkämpfen gegenseitig ernsthaft verletzen. In diesem Fall trennst du die beiden wieder und beginnst von vorn.

Manchmal kann es Wochen dauern, bis Katzen einander im gleichen Revier akzeptieren. Hab Geduld und gib nicht gleich auf, wenn das erste Zusammentreffen scheitert. Auf keinen Fall solltest du die beiden „einfach machen lassen“, denn das könnte für eine der beiden schlimm enden.

2. Angespannte Stimmung

Die beiden bekämpfen sich zwar nicht, aber bekunden durch Fauchen und Körperhaltung deutlich: Ich mag die andere nicht! Das kann durch Leckerlis und zusätzliche Streicheleinheiten eingedämmt werden.

Betritt eine der Katzen den Raum, in dem die andere sich aufhält, bekommen beide sofort ein Leckerli als Lob, bevor sie fauchen. Faucht eine, bekommt sie keines. Unterlassen des unerwünschten Verhaltens (hier Fauchen) wird belohnt. Das merken sich die Feinschmecker.

3. Unsauberkeit

Katzen teilen unliebsame Situationen und Stress häufig durch Protestpinkeln mit. Das kann am Anfang durchaus normal sein, gerade bei der alteingesessenen Mieze. Diese Unart sollte sich jedoch nach der Gewohnheitsphase wieder legen.

Wann ist die Zusammenführung gelungen?

Eine Zusammenführung ist gelungen, wenn beide Katzen friedlich nebeneinander her leben können, ohne dass eine von ihnen oder gar beide gestresst und verängstigt sind.

Merke: Die beiden müssen nicht ständig schmusen, spielen oder alles gemeinsam unternehmen, damit die Gewöhnung ein Erfolg war. Ein harmonisches Nebeneinander ist völlig ausreichend, erwarte also nicht zu viel.

Wann ist die Zusammenführung gescheitert?

Wenn auch nach Wochen der Versuche noch keine Besserung oder Annäherung erfolgen konnte und die beiden oder auch nur eine von beiden sehr unter der Situation leidet, dauerhaft unsauber oder verängstigt ist oder nicht mehr frisst, ist der Versuch gescheitert.

Auch wenn es schwerfällt, solltest du für den Neuzugang ein anderes zu Hause finden. Bevor du den nächsten Versuch mit einer anderen Katze startest, lässt du besser etwas Zeit verstreichen, um deine Fellnase zur Ruhe kommen zu lassen.

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